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Der moderne Schiffbau I oder Wie Helge auf den Kapverden eine bedeutende Erfindung machte: Ich habe Euch in der letzten Geschichte von Noah´s
weltweit erster Schiffsreparatur im heutigen Bremerhaven, und von der ersten Werften-Gründung auf der Welt – ebenfalls in Bremerhaven – berichtet.
Aber viele Jahrhunderte später revolutionierten zwei Männer
unabhängig voneinander den modernen Schiffbau. Es waren Helge Mastbäumer aus Verden und Steven Kiel aus – nicht aus Kiel, ätsch – Timbuktu, dem berühmten Hafen an der Südküste Bessarabiens.
Heute will ich Euch von Helge Mastbäumer erzählen, der ein großer Tagträumer war, und als Seemann nicht die besten Referenzen hatte. Er schien irgendwie immer verwirrt zu sein.
Das zeigte sich zum Beispiel, wenn er in den Wanten hing, und die Welt um sich herum völlig vergaß. Es endete immer damit, daß er von seinen Kameraden heruntergeholt werden mußte.
Sein schurkischer Kapitän, der genug von den Träumereien des vollkommen entrückten Helge Mastbäumer aus Verden hatte, der angeblich ein Schwippschwager des damaligen Honorarkonsuls
von Papua-Neuguinea beim turkmenischen Statthalter von Paderborn mit Namen Blasius Eberhard von Weinstein-Sahn-Weinstein war, der sich als Kunstmäzen unter König James Fürchtegott II. hervortat, der zum Beispiel dem
weiblichen Baßbariton Dora Dick, deren „Hohes C“ ihre Zuhörer massenhaft auf die Toiletten trieb, so traf ihr Ton die Nieren ihrer Zuhörer, zu ungeahnten gesanglichen Höhenflügen verhalf, setzte
Helge eines Tages mitten auf dem Atlantik in einem Boot aus. Günstige Winde trieben den Träumer zu einer schönen Inselgruppe. Auf einer der Inseln – welche ist mir leider entfallen
– richtete sich Helge ein und vergaß alles um sich herum. Er wußte nicht mehr was ihm passiert war, und wo er sich befand. Und das lecke Boot verfiel.
Eines Morgens rief er sogar, von seiner selbst gezimmerten
Liege aufstehend: „Mama, wo ist mein Kaffe?“
Er glaubte manchmal zu Hause in Verden zu sein.
Aber seine Mutter war natürlich nicht da – klar! Übrigens sprach
er Kaffee wie Kaffe aus – das war kein Schreibfehler! Ja, ja, habt Ihr natürlich gedacht – gebt es zu! Ich kenne Euch doch! Jan Schmietwech, der alte Spinner, denken bestimmt einige. Also weiter.
Aber Ihr wißt schon, um welche Inselgruppe es sich handelt, nicht wahr? Genau, die Kapverden.
Dieser Helge Mastbäumer erlangte in den folgenden Jahren trotz oder wegen seiner Träumereien eine solche großartige
Fertigkeit als Zimmermann, daß nicht nur seine Hütte am Strand, sondern auch andere Dinge ihm meisterlich gelangen. Darunter ein seetüchtiges Schiff, das so groß war, daß man es nicht mehr
als Boot bezeichnen konnte. Natürlich war das Schiff versehentlich so groß geworden, da Helge wie in Trance daran baute und selbst über dessen Ausmaße überrascht war. Aber
wie nun zu Wasser lassen? Es war zu groß, um es einfach ins Meer zu schieben. Da kam Helge auf eine großartige Idee. Er erfand den Helgen. Hier war besonders viel Kraft erforderlich,
denn ein Helgen ist ein schräg zum Wasser hin abfallendes Gelände – heute das einer Schiffswerft – auf der Schiffsneubauten durchgeführt und anschließend auf der Ablaufbahn zu Wasser gelassen werden.
Natürlich hatte Helge aus Verden einen tatkräftigen Helfer. Einen von seinem Volk ausgestoßenen Einheimischen, den der Norddeutsche Dienstag nannte – jaja, jetzt lacht Ihr, ich weiß.
Aber es stimmt. Das Abenteuer der beiden auf den Kapverden diente Charles Dickens später als Vorlage zu seinem Roman Robinson Crusoe. Übrigens nannte Helge den dunkelhäutigen
Eingeborenen nicht Dienstag, weil Dienstag war, als er zu ihm kam, denn dem Verdener Träumer waren die Kalenderdaten entfallen, aber Dienstag sollte ihm Dienste leisten, und außerdem klang der einheimische Name des jungen, fleißigen Eingeborenen wie Tack oder so ähnlich, so nannte Helge ihn
eben Dienstag. Und dieser Dienstag paßte wie eine richtige Mutter auf Helge auf, der trotz des Lebens auf der paradiesischen Insel, wie immer alles um sich herum vergaß.
Aber dank Dienstag entwickelte Mastbäumer dieses Schiff und den dafür notwendigen Helgen. Helge wollte zurück nach Deutschland, und der gute Dienstag wollte sein Glück in Europa finden.
Und eines Tages war es geschafft, und Helge und Dienstag begannen mit den Erdarbeiten, damit das Schiff zu Wasser gelassen werden konnte. Der erste Stapellauf weltweit, der ohne
große Reden und ohne das Zerschlagen einer Champagnerflasche ablief. Aber eine Taufe sollte es doch geben. So ersann Helge es mit einer Kokosnuß zu versuchen. Beim ersten Stapellauf-Versuch traf der verwirrte Verdener den armen
Dienstag, woraufhin der Stapellauf um drei Wochen verschoben werden mußte, da Dienstag zuerst wieder zu gesunden hatte. Beim zweiten Versuch durchschlug die Kokosnuß eine Planke.
Nach der notwendigen Reparatur nahm Dienstag die Sache in die Hand und öffnete die besagte Kokosnuß und füllte die Milch in ein gläsernes Gefäß. Damit gelang endlich die Taufe der
„Mama Mastbäumer“ – Helge war leider der Vorname seiner Mutter entfallen. Nun konnten die beiden Männer endlich in See stechen. Nach vielen Gefahren auf dem Atlantik erreichte die
„Mama Mastbäumer“ deutsche Gewässer, und dank der tatkräftigen Hilfe Dienstags sah Helge bald seine Mutter und seine Heimatstadt Verden wieder.
In späteren Jahren verfeinerte der Verdener den Helgen, der
dann von allen Werften übernommen wurde.
Und was wurde aus Dienstag, fragt Ihr mich? Aus Dienstag wurde nicht Roberto Blanco, wie Ihr jetzt vielleicht gedacht habt,
aber er machte in Europa als Gesangslehrer für Folklore Karriere. Dienstag, der sich später Dino Martini nannte, gilt in Fachkre isen als Erfinder des Kanons. Leider wird dieses von verschiedenen Wissenschaftlern Jean-Baptiste Besan zugeschrieben, der schon das Besansegel entwickelt hatte.
Wenn man aber weiß, daß Dienstag vom Fuße des Pico Canon, der höchsten Erhebung der Kapverden, stammt, sollte der wirkliche Erfinder mit Dino Martini alias Dienstag wohl feststehen.
So wurde der Helgen entwickelt, die Kapverden bekamen ihren Namen, und der Kanon zog u.a. bei den Fischer-Chören ein.
Oder so ähnlich. Nicht wahr?
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