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Jan Schmietwech: Hafengeschichten / Schmietwechs Seemannsgarn jetzt als Buch!
Bemerkung zu Kolumbus oder Pining, der wirkliche Entdecker Amerikas:

Als ich von meiner Begegnung mit Kolumbus
berichtete, hätte ich eigentlich erwähnen sollen, daß natürlich die Wikinger es waren, die die Neue Welt als erste betraten. Und zwar bereits 400 bis 500 Jahre vor dem Genueser. Sie nannten es Vinland.
Aber richtig bewiesen ist, daß im Jahre 1473 - also 19 Jahre vor Kolumbus - zwei Norddeutsche, nämlich Didrik Pining aus Kiel und Hans Pothorst aus Hamburg, Amerika entdeckten!
Pining und Pothorst stammten beide aus Hildesheim, verließen aber gegen 1448 ihre Geburtsstadt. Man weiß heute, daß Pining und sein Partner im Auftrag des Königs von Dänemark
auf Anforderung des Königs von Portugal einen westlichen Seeweg nach Indien finden sollten - ebenso wie fast zwanzig Jahre später Kolumbus für Spanien.
Die Expedition bestand unter Leitung Didrik Pinings und Hans Pothorsts aus drei Schiffen. Sie führte über Grönland und segelte südlich an Neufundland vorbei. Pining und seine Leute
betraten den neuen Kontinent an den Gestaden Labradors. Als portugiesischer Vertreter war Graf Joao Vaz Cortereal an Bord. Steuermann soll ein gewisser John Skolp (oder auch Johannes Scolvus) gewesen sein.
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Noch heute zeugen einige Bezeichnungen von der damaligen Reise. Ende des fünfzehnten Jahrhunderts wird zum Beispiel
die Insel Neufundland auf portugiesischen Karten als Terra Cortereal bezeichnet. Pining wird später Vogt in Nord-Norwegen und schließlich Statthalter von Island, wo noch
heute das Piningsgesetz (Piningsdomur) seine Gültigkeit besitzt. Pothorsts Name taucht auf einem Deckengemälde in einer dänischen Kirche auf. Beide - Pining und Pothorst -
wurden keine berühmten Männer, sie waren als Norddeutsche wahrscheinlich zu bescheiden und erkannten - ebenso wie der dänische König - nicht die Bedeutung ihrer Entdeckung, anders
als zwanzig Jahre später Kolumbus und die spanische Krone.
 Ein südamerikanischer
Wissenschaftler hat einmal behauptet, daß Kolumbus und John Skolp oder auch Johannes Scolvus ein und die selbe Person gewesen sind. Denn die Lebensgeschichte des Kolumbus, der auch Colombo, Colon, Colomo oder
Christobal genannt wurde, ist vor seiner Entdeckung Amerikas sehr undurchsichtig, und ob er wirklich aus Genua stammt ist auch nicht bewiesen. Einige behaupten, er wäre Portugiese
oder Katalane. Außerdem wurde von Kolumbus selbst berichtet, daß er in Thule auf Grönland, auf den Faröern und auf Island gewesen war, und er tauchte zu einer Zeit in Portugal auf, in der
die Expedition Pinings zurückgekehrt sein muß. Er behauptete dort, daß er den Seeweg nach Westen genau kenne, und auch von einer genauen Seekarte sprach er. König Ferdinand von
Spanien schrieb an Kolumbus: “Uns scheint, daß sich alles, was zu erreichen Ihr uns anfangs versichert habt, zum größten Teil als wahr erwiesen hat, so als hättet Ihr es gesehen, bevor Ihr uns davon berichtet habt.”
 Von den Hildesheimern Pining und Pothorst spricht niemand, aber Kolumbus wurde berühmt. Und ich
habe mir oft die Frage gestellt, wie würde die Welt heute aussehen, wenn Pining nach der Entdeckung Amerikas ebenso glanzvoll wie Kolumbus aufgetreten wäre? Dann würde der Kontinent
auch nicht Amerika heißen, denn wie wir alle wissen, entstand der Name Amerika aus dem Vornamen des Amerigo Vespucci, (eines italienischen Seefahrers, der, im Auftrag Spaniens, vor
Kolumbus das Festland der Neuen Welt betrat) den auch noch ein deutscher Kartograph - Martin Waldseemüller - erstmals verwendete.
Überlegen wir uns doch einmal, wie es wäre, wenn
Waldseemüller den neuen Kontinent nach Pining, Pothorst oder einem anderen Teilnehmer der Expedition benannt hätte. Vielleicht nach Fürchtegott Bleibtreu, Krischan Meyerdierks
oder Hinnerk Müller, Hasso von Mauerstein oder Bolko Blohm (diese Namen habe ich frei erfunden)?
Würde der Kontinent jetzt eventuell Fuerchtegotta (zu schlimm),
Krischana, Hinnerka oder Didrika (gar nicht mal so schlecht) heißen?
The United States of Didrica, The United States of Hinnerca! Oder The United States of Bolko.
 The didrican Way of Life (fabelhaft!).
Der Didrikanische Traum! Der Hinnerkanische Traum! Der Krischanische Traum
(großartig!). Der Hassanische Traum. Und beim Bäcker gäbe es keine Amerikaner sondern Bolkoner (jetzt werde ich albern)? Und Didis statt Amis?
Ach ja, was gibt es da für Möglichkeiten.
Denkt mal darüber nach!
Hier möchte ich nun noch 2 Gedanken von Michael Gerhard aus Münster/W., ehem. Hildesheim anfügen:
Sehr geehrter Käptn Schmietwech!
Mit Interesse las ich Ihren Artikel über Didrik Pining und seine Entdeckung Amerikas.
Zu Ihren Überlegungen zum Namen des "neuen"
Kontinents möchte ich noch einen drauf setzen:
Mir als gebürtigem Hildesheimer ist es eigentlich egal, nach welchem meiner Landsleute das Land in der Westlichen Hemisphäre benannt ist! ---- Nicht
nur Pining und Pothorst stammten ja aus dem "Pott" (Hildesheim bei den Einheimischen), sondern wohl auch Kaiser Heinrich II. Was hat das jetzt mit dem Kontinent zu kriegen? Der heilige
Kaiser Heinrich II. war der Onkel und Namenspate des Heiligen Emmerich von Ungarn (Szent Imre); dieser war ein Sohn vom Heiligen König Stephan von Ungarn (um 1000) und Heinrichs Schwester, der
Seligen Gisela. Sankt Emmerich wiederum ist der Taufpatron von Vespucci: lat. Heinricus -> lat. Emericus -> ital. Amerigo -> pseudo-lat. America. So schließt sich der Kreis.
Noch eine kleine Anekode zur zeitlichen Einordung der Reise Pinings: Soweit man weiß, wurde Kaiser
Heinrich am 5. Mai 973 wohl in Hildesheim geboren, also auf das Jahr genau 500 Jahre vor der Expedition.
Die Portugiesen kannten (über Cortereal) ja schon (ab 1473/74) das Land im Westen des großen
Ozeans, so verwundert es nicht, daß sie Columbus die Unterstützung seiner Überfahrt verweigerten: Auch wegen seiner "Hirngespinste" bezüglich "Seeweg nach Indien". Wahrscheinlich waren sie
sicher, daß die von Pinings Leuten entdeckten Länder nicht Indien/Ostasien waren.
So absurd die Idee klingt, aber die Überlegung, Pinings Mitreisenden (Steuermann?) John Scolvus
mit Cristobal Colon gleichzusetzen, hat etwas Nachvollziehbares. Und auch vor 500 Jahren war die Preisgabe von "Betriebsgeheimnissen" an fremde, konkurrierende Mächte sicherlich nichts ungewöhnliches.
Ich habe sogar den Eindruck, die Aktenlage über Pinings Reise und Entdeckung ist absichtlich so dürftig: Die Portugiesen und Dänen wollten ja schließlich nicht sofort aller Welt ihre
lukrativen neuen Handelswege preisgeben, auch wenn - oder gerade weil - Pinings Expedition erstmal wohl kein erfolgreiches Unternehmen war, fand man doch an der Ostküste Nordamerikas nicht
die möglichen Handelsbeziehungen. Man wollte wohl vielmehr fremde Mächte ihre eigenen schlechten Erfahrungen auf den Expeditionen nach Westen machen lassen.
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