![]() |
Noch
heute zeugen einige Bezeichnungen von der damaligen Reise. Ende des
fünfzehnten Jahrhunderts wird zum Beispiel
die Insel Neufundland auf
portugiesischen Karten als Terra Cortereal bezeichnet. Pining wird
später Vogt in Nord-Norwegen und schließlich Statthalter von Island, wo
noch
heute das Piningsgesetz (Piningsdomur)
seine Gültigkeit besitzt. Pothorsts Name taucht auf einem Deckengemälde
in einer dänischen Kirche auf. Beide - Pining und Pothorst -
wurden keine berühmten Männer, sie waren
als Norddeutsche wahrscheinlich zu bescheiden und erkannten - ebenso
wie der dänische König - nicht die Bedeutung ihrer Entdeckung, anders
als zwanzig Jahre später Kolumbus und
die spanische Krone.
Ein südamerikanischer Wissenschaftler hat
einmal behauptet, daß Kolumbus und John Skolp oder auch Johannes Scolvus
ein
und die selbe Person gewesen sind. Denn
die Lebensgeschichte des Kolumbus, der auch Colombo, Colon, Colomo oder
Christobal genannt wurde, ist vor seiner Entdeckung Amerikas sehr
undurchsichtig, und ob er wirklich
aus Genua stammt ist auch nicht
bewiesen. Einige behaupten, er wäre Portugiese oder Katalane. Außerdem
wurde von Kolumbus selbst berichtet, daß er in Thule auf Grönland, auf
den
Faröern und auf Island gewesen war, und
er tauchte zu einer Zeit in Portugal auf, in der die Expedition Pinings
zurückgekehrt sein muß. Er behauptete dort, daß er den Seeweg nach
Westen
genau kenne, und auch von einer genauen
Seekarte sprach er. König Ferdinand von Spanien schrieb an Kolumbus:
“Uns scheint, daß sich alles, was zu erreichen Ihr uns anfangs
versichert habt, zum größten Teil als
wahr erwiesen hat, so als hättet Ihr es gesehen, bevor Ihr uns davon
berichtet habt.”

Von
den Hildesheimern Pining und Pothorst spricht niemand, aber Kolumbus
wurde berühmt. Und ich
habe mir oft die Frage gestellt, wie
würde die Welt heute aussehen, wenn Pining nach der Entdeckung Amerikas
ebenso glanzvoll wie Kolumbus aufgetreten wäre? Dann würde der Kontinent
auch nicht Amerika heißen, denn wie wir
alle wissen, entstand der Name Amerika aus dem Vornamen des Amerigo
Vespucci, (eines italienischen Seefahrers, der, im Auftrag Spaniens, vor
Kolumbus das Festland der Neuen Welt
betrat) den auch noch ein deutscher Kartograph - Martin Waldseemüller -
erstmals verwendete.
Überlegen wir uns doch einmal, wie es wäre,
wenn
Waldseemüller den neuen Kontinent nach
Pining, Pothorst oder einem anderen Teilnehmer der Expedition benannt
hätte. Vielleicht nach Fürchtegott Bleibtreu, Krischan Meyerdierks
oder Hinnerk Müller, Hasso von
Mauerstein oder Bolko Blohm (diese Namen habe ich frei erfunden)?
Würde der Kontinent jetzt eventuell Fuerchtegotta (zu schlimm),
Krischana, Hinnerka oder Didrika (gar nicht mal so schlecht) heißen?
The United States of Didrica, The United States of Hinnerca! Oder The United States of Bolko.
The didrican Way of Life (fabelhaft!).
Der
Didrikanische Traum! Der Hinnerkanische Traum! Der
Krischanische Traum (großartig!). Der
Hassanische Traum. Und beim Bäcker gäbe es keine Amerikaner sondern
Bolkoner (jetzt werde ich albern)? Und Didis statt Amis?
Ach ja, was gibt es da für Möglichkeiten.
Denkt mal darüber nach!
Hier möchte ich nun noch 2 Gedanken von Michael Gerhard aus Münster/W., ehem. Hildesheim anfügen:
Sehr geehrter Käptn Schmietwech!
Mit Interesse las ich Ihren Artikel über Didrik Pining und seine Entdeckung Amerikas.
Zu Ihren Überlegungen zum Namen des "neuen"
Kontinents möchte ich noch einen drauf setzen:
Mir
als gebürtigem Hildesheimer ist es eigentlich egal, nach welchem meiner
Landsleute das Land in der Westlichen Hemisphäre benannt ist! ----
Nicht
nur Pining und Pothorst stammten ja aus
dem "Pott" (Hildesheim bei den Einheimischen), sondern wohl auch Kaiser
Heinrich II. Was hat das jetzt mit dem Kontinent zu kriegen? Der heilige
Kaiser Heinrich II. war der Onkel und
Namenspate des Heiligen Emmerich von Ungarn (Szent Imre); dieser war ein
Sohn vom Heiligen König Stephan von Ungarn (um 1000) und Heinrichs
Schwester, der
Seligen Gisela. Sankt Emmerich wiederum
ist der Taufpatron von Vespucci: lat. Heinricus -> lat. Emericus
-> ital. Amerigo -> pseudo-lat. America. So schließt sich der
Kreis.