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Meine Odyssee:
12. Teil: Tamarisko Rindsfüsser und die Meeresungeheuer

Die „Prinzessin Trudy“ kam flott voran. Das
Wetter und unsere Stimmung waren ausgezeichnet. Es war schon fast unheimlich, daß alles so glatt lief. Nur wenige Wochen noch, dann waren Klaus Fritzen
und ich, und natürlich auch die Mitglieder des Seniorentreffs „Flotte Möwe“, endlich wieder zu Hause. Aber das Schicksal meinte es mal wieder anders, denn als wir gerade dabei
waren die Insel Fernando Poo zu passieren, griff uns ein riesiger Oktopus an. Ein gigantischer Tintenfisch! Jeder von uns an Bord hatte schon einmal von den Horrorgeschichten
über diese Meeresungeheuer gehört, aber diesem Seemannsgarn hatte niemand wirklich Glauben geschenkt. Aber auch wenn Ihr meint, ich lüge, – wie, ich habe schon oft
gesponnen, Kinners, wie könnt Ihr das behaupten? – das Ungeheuer war wirklich riesig, und seine Fangarme griffen nach allem was sich an Deck befand. Dem ersten Angriff der
Krake, der wir mit Beilen, Äxten, Messern und Holzlatten so kräftig es ging zu Leibe rückten, fielen Friesen-Ede, Emden-Onno und Turtle-Hannes zum Opfer. Es war furchtbar.
Wir wehrten uns mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln. Nachdem es Klaus und mir gelungen war, zwei der Fangarme vom Körper der Krake abzutrennen, zog sich das riesenhafte
Tier zurück. Aber nach kurzer Erholung war es wieder da und drückte einen Mast, als wäre er nur ein Streichholz, um und erwischte Saufaus-Bobby und Black Jack. Wir wehrten uns
verzweifelt, aber als auch Kapitän Siegfried Paul Schnöf und mein guter, alter Kumpan Klaus Fritzen ins Meer gezogen wurden, verließ mich der Mut. Jetzt nahm mein großes
Abenteuer doch noch ein tragisches Ende. Und als die „Prinzessin Trudy“ unter der Last der Krake zu sinken begann, gaben der Große Herbert und ich endgültig auf. Es war vorbei,
aber plötzlich zog sich der gewaltige Tintenfisch zurück. Aber die „Prinzessin Trudy“ war nicht mehr zu retten und versank langsam unter unseren Füßen.
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Der Große Herbert, der ständig: „Was ist los. Ich kann nichts sehen“ rief, und ich fanden ein fast noch unversehrtes Beiboot,
brachten es längsseits ins Wasser und setzten uns hinein. Wir ruderten einige Meter dem sinkenden Schiff davon und warteten auf das Ende der „Prinzessin Trudy“. Der
Todeskampf des Seglers dauerte lange, und wir gedachten unserer Freunde, die dem Tintenfisch zum Opfer gefallen waren. Dann war das Schiff vollständig mit einem letzten
Röcheln versunken, und wir begannen rüstig in Richtung Fernando Poo zu rudern. Wieder war das Wetter wunderbar, und das Meer vollkommen ruhig, so als hätte es niemals den Angriff der Krake gegeben.
 Kaum 5 Minuten später wurden wir überraschend von einem
kleinen Segelschiff überholt. Und an Deck standen Schnöf, Fritzen und die anderen Totgeglaubten. Wir trauten unseren Augen nicht. Das hieß, ich traute meinen Augen nicht, denn der Große Herbert hatte
nichts mitbekommen. „Klaus, du alte Seele,“ rief ich hinauf, „wollte dich der Klabautermann noch nicht haben?“ Klaus Fritzen lachte nur und deutete auf einen kleinen, ziemlich
dünnen Mann, der den Großen Herbert, der langsam begriff, was passiert war, und mich interessiert musterte. „Darf ich mich vorstellen? Ich heiße Tamarisko Rindsfüsser,
stamme aus der Niedersächsischen Schweiz und bin Meeresforscher. Und dieses Schiff hier hört auf den schönen Namen Oktopussia, Eigner: „Die Fakultät für angewandte
Steinhuder und Zwischenahner Meeresbiologie Bad Wiessee“. „Ah,“ sagte ich nur verblüfft. „Er hat uns gerettet, während er die Susi studierte,“ sagte Black Jack und strahlte Rindsfüsser an.
„Susi, die Krake,“ fragte ich geistesgegenwärtig. „Ja, die Susi ist schon ein besonderes Lebewesen. Aber, bitte kommt an Bord.“ Als der Große Herbert und ich an Bord der „Oktopussia“
standen, wurden wir stürmisch von den anderen begrüßt. „Wissen Sie,“ erzählte mir Rindsfüsser später, als wir friedlich an Deck unter dem wunderschönen Sternenhimmel saßen,
„als ich einmal von einem dieser faszinierenden Tiere angegriffen wurde, blies ich vor Angst in meine Hundepfeife, die ich seit dem Tode meines geliebten Zwergpinscher-Mischlings Donald als
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Erinnerung immer um den Hals trug, und bekam heraus, dass die Kraken ein ganz feines Gehör haben. Obwohl unter
Wasser, schien der Oktopus diesen Ton nicht ertragen zu können und flüchtete. Seitdem habe ich diese Hörempfindlichkeit weiter erforscht und diese Spezialpfeife
entwickelt, die jeden Riesentintenfisch in die Flucht schlägt – egal ob unter oder über Wasser.“ Die Pfeife sah wie eine normale Hundepfeife aus.
„Gut, dass die Pfeife bei den Kraken eine andere Wirkung hat, als bei den Hunden,“ sagte ich lachend. Aber da hatte ich seine wissenschaftliche Seele verletzt, und er ließ mich brüsk allein.
Aber mein scherzhaft gemeinter Einwurf sollte bald zu einem Problem werden, denn kurz bevor wir Fernando Poo erreichten … Die Insel, Kinners, nicht der Po eines gewissen
Fernando. Obwohl – ach nein, ich will hier kein Seemannsgarn verbreiten. Ich könnte behaupten, dass ich einst – mal wieder – nach einem Schiffbruch allein im Meer schwamm und eine
winzige kleine Insel entdeckte, deren Größe gerade ausreichte um mich setzen zu können, und dort, bis ich von einem vorbeisegelnden Schiff viele Monate später gerettet
wurde, sitzen blieb. Der Abdruck meines Pos – meinetwegen auch Hinterns – versteinerte sich mit den Jahren, und als durch vulkanische Einflüsse die Insel wuchs, blieb der Abdruck
erhalten und gab ihr dann nach der Besiedlung des Eilands den Namen Jans Po. Und so ist es fast tatsächlich gewesen. Wahr ist, dass dieses Abenteuer dem Portugiesen Fernao da
Po vorbehalten blieb. Daher also Fernando Poo. Aber Jans Po oder vielleicht Jans Podex hört sich doch wirklich nicht schlecht an, Leute, nicht wahr? Jans Podex – oder schreibt man das: Podecks?, faszinierend!
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Also, kurz bevor wir Fernando Poo erreichten, probierte Friesen-Ede einfach mal so zum Spaß Rindsfüssers Pfeife
aus, die dieser an Deck vergessen hatte. Unglücklicherweise waren einige Seehunde in der Nähe, und bald war die „Oktopussia“ von abertausenden Seehunden und anderen
Robbenarten umgeben. Friesen-Ede, der vor Schreck wie ein abgebissenes Handtuch – wie komme ich denn jetzt auf so einen Ausdruck – aussah, lief schnell unter Deck und holte
Tamarisko Rindsfüsser. Und unsere Belagerer glotzten uns an, als wären wir Zootiere.
Zum dreizehnten Teil!
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