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Meine Odyssee:
16. Teil: Die Slipanlage
Mein Gott, Maggie. Was für eine tolle Frau. Als wir sie das erste Mal sahen, glaubten wir unseren Augen nicht zu trauen. So eine
kurvenreiche Frau hatten wir alle noch nicht gesehen. Aber trotz ihrer Kurven konnte man sie immer noch als schlank bezeichnen. Eine Figur! Maggie war Aphrodite und die schöne Helena in einer
Person. Eine Göttin. Eine atemberaubende Frau. Vielleicht hatte einst die echte schöne Helena dieser Insel einen Besuch abgestattet? Maggies voller Name war Margaret Spongeman. Sie
war als Tochter des englischen Verwaltungsbeamten Robert James Spongeman und der einheimischen Tessa Richardson auf St. Helena geboren worden. Die damals ca. 20-Jährige liebte den
Strand und ihren Beruf. Sie war Schneiderin und kreierte unter anderem auch Strandmode. Ja, auch damals gab es so etwas schon. Denn auch damals wollten sich schöne Frauen gerne bewundern lassen.
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Während Theseus Beutel und ich in unserer Freizeit an einer Anlage arbeiteten, wo Boote leicht zu Wasser gelassen werden konnten,
entwarf die wundervolle Maggie Spongeman die erste Unterwäschekollektion der Welt. Manchmal kam sie – leider zusammen mit Tobbie Sattelstrecker – abends zu T. und mir an den
Strand, wo wir schweißtreibend an unserer Anlage bastelten, und zeigte uns ihre Entwürfe. Für damalige Zeiten atemberaubende Köstlichkeiten, die die Welt bis dahin noch nie gesehen hatte. Und
sie nannte diese wunderschönen, süßen Teile Slips – von to slip = schlüpfen, gleiten, da eine Dame nur hineinschlüpfen musste, statt sich - wie es sonst üblich war - in ein Korsett zu stopfen, und sich
eine volumige Unterhose und einen Unterrock unter den normalen Sachen anzuziehen. Und nun mußte sie einfach nur in einen Slip hineinschlüpfen, Kleid drüber und fertig. Phantastisch! Wir Männer
waren begeistert, und als Maggie ihren ersten weißen, mit Blümchen bestickten, Slip an ihrem eigenen Körper vorführte, bekamen wir – zumindest ich, aber ich glaube den anderen
anwesenden Männern ging es ähnlich – Herzrasen. Wahnsinn! Natürlich besonders die Frau, aber auch der Slip, der wunderbar saß, gefiel uns ausnehmend gut. T. und ich stellten nach der
Vorführung und dem Abgang von Maggie und Tobbie die Arbeit ein. Wir waren mental und körperlich einfach nicht mehr in der Verfassung weiterzuarbeiten.
Viele Jahre habe ich dieses Bild vor Augen gehabt. Mein Gott, war das ein Anblick. Übrigens wurden Slips in Deutschland früher
Schlüpfer genannt. Vielleicht kann sich der eine oder andere noch an diesen Ausdruck erinnern.
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Einige Wochen später hatten T. Beutel und ich unsere Boot-zu-Wasser-lassen-Anlage fertig gestellt. Und sie sollte groß
mit einer Einweihung gefeiert werden. Verkauft hatten wir die Anlage schon an den französischen Kaufmann Jean-Philippe de Buffett, der als wohlhabender Pensionär auf St. Helena lebte und
mehr als nur ein Boot besaß. Zu den Einweihungsgästen zählte natürlich auch Maggie Spongeman, die auch von de Buffett schwer umschwärmt wurde. Ich weiß gar nicht, ob es auf der Insel überhaupt
einen Mann gab, der nicht der kurvenreichen Schönheit – übrigens war sie blond – hinterher schaute. Gut, Frank Obolus vielleicht nicht, dessen Frau einen sehr eifersüchtigen, aber auch entschlossenen
Eindruck auf uns machte. Er wagte es wohl nicht, aber seine Blicke verrieten ihn dann doch, denn Maggie konnte sich einfach wunderbar bewegen. Sie war ein Ereignis.
Es wurde ein feuchtfröhliches Fest, wo natürlich nicht unsere Anlage, sondern das Erlebnis Maggie der Mittelpunkt war. Im Laufe des
Tages verzierte sie in Sektlaune das Premierenboot de Buffetts mit einem wunderschönen Slip. T. Beutel versetzte dieses kleine Nichts an die Mastspitze, wo es von allen Männern bewundert lustig im
Wind flatterte. Kurz darauf zog die kurvenreiche Maggie ihren Slip aus – plötzlich verstummte das gesamte Umfeld. Sie ging auf das Boot, das natürlich auf den Namen „Margaret“ getauft worden war,
und begann leicht zitternd – ihr war es nun doch etwas zu kühl – den Mast hochzuklettern, um ihren Slip als Zweitslip oben zu befestigen. Sie konnte gut klettern, obwohl sie schon angetrunken war.
Eigentlich sollte ich jetzt nicht davon berichten, aber plötzlich enterten sämtliche Männer – ja, ich auch, wie ich beschämt zugeben muß – die „Margaret“ und plazierten sich direkt neben dem Mast
und schauten nach oben. Das war der größte Spannerauflauf aller Zeiten, Kinners, das könnt ihr mir glauben. Ich will es jetzt nicht weiter ausführen, aber blond war tatsächlich ihre natürliche
Haarfarbe. Nun genug. Durch die Konzentration des Gewichtes am Mast, drohte das Boot zu kentern. Glücklicherweise lag es noch im seichten Wasser, und weil Maggie auch die Kraft verließ und sie –
bevor sie den zweiten Slip an der Mastspitze angebunden hatte – abrutschte, regulierte sich der Schwerpunkt an Bord bald wieder.
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Der glücklichste Mann des Augenblicks wurde der reiche Handelsherr Uwe Tabalug, ein gebürtiger Kasache aus dem Kleinen
Walsertal. Denn auf ihn fiel kreischend die uns wahnsinnig machende Maggie. Er genoss diesen kurzen Augenblick in vollen Zügen. Mann, was hatte der für ein Glück! Maggie war wieder an
Land – ihren Slip hatte sie verloren – und schaute nun fast nüchtern zurück.
„Wer bringt mich heim?”
Schon war das Boot menschenleer und hunderte von Männern schrieen durcheinander und begannen wild um sich zu schlagen, um
ja derjenige zu sein, der Maggie, die knapp zweihundert Meter vom Strand entfernt wohnte, begleiten durfte. Tobbie Sattelstrecker, der sich natürlich vornehm der Schlägerei entzogen hatte, nutzte die
Gunst der Stunde und führte die Schöne heim. Während wir anderen erschöpft und zerschunden am Strand zurückblieben.
Aber eines blieb T. Beutel und mir von diesem Tage erhalten. Denn von nun an wurde eine Boot-zu-Wasser-lassen-Anlage Slipanlage genannt.
Übrigens blieb Maggies Zweitslip für immer verschollen.
Zum siebzehnten Teil!
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